Blankensee Geschichte

Wir sind schon seit längerem dabei Material über die Geschichte unseres Ortes zu sammeln. Das dauert natürlich, wenn man dies nach Feierabend tun muß. Hier werden Sie sich zukünftig über die Vergangenheit unserer kleinen Gemeinde informieren können.

In diesem Zusammenhang haben wir eine Bitte. Blankensee hat nach dem 2. Weltkrieg sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, die dann irgendwann weitergezogen sind. Auch wenden wir uns an "alte" Blankenseeer die uns helfen können Informationen von Früher zu bekommen. Sollten Sie also noch Fotos haben oder können Sie Geschichten erzählen, die sich in Blankensee oder Umgebung abgespielt haben, dann bitten wir Sie sich bei uns zu melden. Vielleicht könnten Sie uns Kopien von Fotos und alten Dokumenten überlassen und uns Ihre Geschichten aufschreiben.

Wenn Sie zu uns Kontakt aufnehmen möchten, dann finden Sie die Adressen unter unserer Seite Kommunikation.

Jahre
Einige Ausschnitte aus der Literatur möchten wir Ihnen bereits zur Kenntnis geben.
Jahr Literatur
1618 Ausschnitt aus der "Alte lubinschen Karte" von 1618
1779 Aus: Ausführliche Beschreibung des gegewärtigen Zustandes Königlich Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern

Blankensee 2 Meilen von Stettin gegen Westen, in einer mit lauter Bergen, Brüchern und Gebüschen umgebenen Gegend, an der Uckermärkschen Grenze, hat 1 Prediger, welcher das hier vom dem Landrathe Jürgen Bernd von Ramin auf seine Kosten in dem Jahre 1732 statt des ehemals in Stolzenburg gewesenen Pfarrhauses ganz neu erbauere Predigerhaus bewohnet, 1 Küsterhaus, 12 Bauern, 16 Insthäuser, 1 Krug, 1 Haus für 2 Familien, welches dem Prediger eigenthümlich gehöret, 1 Schmiede, welche die Besitzer dieses Guts gemeinschaftlich haben, 1 Hirtenaus, überhaupt 33 Feuerstellen, eine Kirche, welche ein Filial von Stolzenburg in der Pasewalkschen Synode ist, Fischeren in 2 kleinen Seen, nemlich dem so genannten Unter- und Obersee, einige Fichten, und in den Brüchern Gesträuche von Birken und Ellern, und bestehet aus 2 gleichen Hälften.

Blankensee (a) als die eine Hälfte dieses Dorfs, hat 6 Bauern, 1 Krug und 8 Insthäuser, und ist ein zu Stolzenburg gehöriges Gut und Raminsches Lehn, welches die nachgelaßene beide Söhne des Ludewig Otto von Ramin besitzen. S. Stolzenburg. Blankensee (b) als die andre Hälfte dieses Dorfs, hat 6 Bauern, 8 Insthäuser, und war ehemals ein altes Raminsches Lehn, welches nachher der Generalmajor Otto Gustav von Lepel als ein Kunkellehn erhielt, und seinem einzigen Sohne dem Grafen Friedrich Wilhelm von Lepel hinterließ.

1865 Landbuch des Herzogtums Pommern, Verwaltungsbezirk Stettin von Dr.Heinrich Berghaus.

Blankensee, Kirchdorf und Pfarrort, 2 Meilen von Stettin gege Westen, unfern der Gränze von Bismark, Plöwen und der übrigen Ortschaften, des Randow-Kreises, welche ehemals in politischer Beziehung zur Uckermark zählten, und in landstädtischen Angelegenheiten auch heüte noch der Mark Brandenburg angehören, liegt mit seinen Ausbauen Müllershöhe und Müllersthal, auf der nordwestlichen Abdachung des Plateaus in einer sehr unebenen Gegend, in welcher Berg und Thal manchfaltig mit einander wechseln, und zerfällt in 2 Antheile: Blankensee a, den Stolzenburger oder Raminischen Antheil, und aus 2 Besitzungen bestehend; und Blankensee b, den Nassenheider oder vormals Lepelschen, jetzt Henckel v. Donnersmarkschen Antheil mit 29 Besitzungen; indessen übt das Dominium Stolzenburg allein die Polizeigewalt über das ganze Dorf aus.

Dasselbe bestand ehedem, und noch im Anfange des laufenden Jahrhunderts, aus 12 Vollbauerhöfen, von denen aber 8 zu Halben- und Viertelhöfen zerstückt worden sind. Es bestehen demnach gegenwärtig nur noch 4 Vollhöfe, von denen 2 mit ungefähr 500 Mg. Areal einen Lieutenant Siewert gehören: den 3 ten Hof, von 248 Mg. Fläche, besitzt der Bauer Rieck, und den 4 ten, von ungefähr 209 Mg. der Bauer Mitzner. Außer diesen 4 Vollhöfen besteht das Dorf aus 10 Halbhöfen, deren Größe, sehr ungleich, von 70 bis 100 Mg. wechselt, indem einige Besitzer Trennstücke verkauft, andere zugekauft haben. Demnächst gibt es 5 Viertelhöfe, die sich in der Fläche von 30 - 40 Mg. ziemlich gleich und von Parcellirung frei geblieben sind. Kossaten sind in Blankensee niemals gewesen, auch jetzt nicht. Dagegen befinden sich daselbst 12 Eigenthums- Büdner- und 9 Pacht-Büdnerstellen, die dem Dominio Stolzenburg gehören. Blankensee hat 54 Wohnhäuser nebst 74 Wirthschaftsgebaüden, 564 Einwohner, darunter 4 Juden, in 99 Familien, von denen 51 Familien, zum Theil auch Wittwen, Einlieger sind, welche sich theils von Tagearbeit außerhalb des Orts, theils auch im Ort durch Torfmachen ernähren. Von gewerblichen Anlagen ist hier eine Bockwindmühle mit einem Mahlgange. Von Handwerkern wohne im Ort: 1 Schumacher, 2 Bäcker, 1 Schmidt, jeder mit 1 Gesellen, 1 Stellmacher und 1 Tischler, diese ohne Gesellen.

Das Handelsgewerbe ist durch 1 Schankwirth oder Krüger und 4 Vietalienhändler vertreten. Die Feldmark ist zwar separirt; allein da die baüerlichen Wirthe behaupten, bei dem Separations-Geschäft sei eine unrichtige Karte zu Grunde gelegt, so haben sie auf Ungültigkeits-Erklärung der Vermessung und des darauf gestützten Theilungs-Recesses angetragen. In der Gewerbe-Tabelle vom Jahre 1859 ist die Größe der Gesamtfeldmark von Blankensee zu 4321 Mg. nachgewiesen. Davon sind 9 Mg. Hof- und Baustellen, 9 Mg. Gärten, 2108 Mg. Acker, 244 Mg. Wiesen, 821 Mg. Hütungen, 880 Mg. Waldung, 73 Mg. Wege, Gräben ec. und 186 Mg. nicht nutzbares Land. Der Acker ist von sehr ungleicher Beschaffenheit, theils ertragbarer Roggenboden, theils besteht er aus Sandwüsten, die unter den Pflug zu bringen vergebliche Mühe sein würde. Auf den lohnenden Feldern baut man Roggen, Hafer, Erbsen Kartoffeln, Lupinen, und auf einer Fläche von 40 - 50 Mg. Tabak, durchschnittlich in wilder Wirthschaft ohne bestimmtes System. Die Wiesen sind sehr schlecht und ohne Aufwendung unerschwinglicher Kosten weder zu be-, noch zu entwässern. Die Waldung hat Kiefern-Bestand. Sie gehört nicht den baüerlichen Wirthen, sondern den Gutsherren von Stolzenburg, v. Ramin.

Viehbestand: 42 Pferde, 93 Kühe, 400 Schafe, 15 Ziegen, alles Vieh von eigener Zuzucht. Die Fischerei wird von 2 Familien als Nebengewerbe auf dem Ober- und Untersee mit Stocknetzen betrieben. Die beiden Seen gehören den Gutsherren von Stolzenburg und Nassenheide, welche die Fischerei an jene Familien verpachtet haben. Von Federvieh werden besonders Gänse zum Verkauf gezogen. Torf beütet ein jeder Wirth zum Selbstbedarf aus, aber auch zum Verkauf nach Stettin, wohin er sein Torf fahren muß, um Baargeld zur Deckung seiner Steüern und Abgaben zu lösen.

Kirche...( Bitte klicken zur Geschichte der Kirche)

Die hiesige Schule besteht aus einer Klasse mit einem Lehrer der zugleich Küster ist. Dessen Gehalt beträgt ca. 210 Thlr. incl. Ertrag von 7 Mg. Acker, 2 Mg. Wiesen, 22 Schffl. Roggen als Meßkorn, 6 Mandel Eier, 6 Klafter Kieferholz, dazu die Raff- und Leseholzgerechtigkeit, 1 Thlr. 10 Sgr. aus der Kirchenkasse. Das Übrige wird aufgebracht durch Schulgeld, welches für jedes schulpflichtige Kind gezahlt wird; außerdem Jahrgeld und Accidentien. Zu den Schulbauten gibt das Patronat das Holz ohnentgeldlich, die Baukosten werden aus der Kirchenkasse bestritten, mit Ausnahme derjenigen für die Schulstube, welche von der Schulgemeinde aufgebracht werden. Die bei diesen Bauten vorkommenden Fuhren leisten die baüerlichen Wirthe. Blankensee hat ein Armenhaus mit einer Stube. Die Armengelder weden nach dem Maßstabe der Klassensteüer repartirt und eingezogen. Die Büdner von Blankensee a haben in den Stolzenburger, und die Büdner von Blankensee b in den Nassenheider Forsten zwei Mal in der Woche freies Raff- und Leseholz zu holen.

Blankensee ist , so weit die Nachrichten aus der Vergangenheit reichen, stets ein Lehn der Ramine gewesen, und zwar der Boekschen Linie, die sich indessen mit Sicherheit nur bis 1412 zurückführen läßt (der erste Ramin tritt unter den Namen de Berghe, in den Urkunden 1237 auf), wo Friedrich von Ramin, außer mehreren anderen Ortschaften, mit ganz Blankensee belehnt wurde. Wie es zugegangen, daß die Hälfte des Dorfs von den Ramins ab und zu den Lepels, als Besitzer von Nassenheide, jetzt den Henckels v. Donnersmark, gekommen, wird in dem Artikel Nassenheider Güter erörtert werden. Hier sei noch erwähnt, daß die beiden Theile heüt` zu Tage noch gemeiniglich als Raminscher und Lepelscher Antheil unterschieden und letzterer nicht durch den Namen der heütigen Besitzer bezeichnet zu werden pflegt.

 
1897 Die Randower Kleinbahn (Quelle: Heiko Bergmann "Die Randower Kleinbahn".)

Auch Blankensee erhielt ein modernes Verkehrsmittel.
Nach mehreren Versuchen, die Ueckermünder Heide an das Bahnnetz anzuschließen, machte der Bau der Stolzenburger Glashütte dieses Vorhaben rentabel. Am 10. Mai 1897 wurde die Strecke von Stöven bis Hintersee übergeben. Die Bauzeit betrug knapp 3 Jahre. Ein zweiter Streckenabschnitt wurde entgültig am 10. Oktober 1905, mit der Eröffnung der letzten 1,3 km bis zum Neuwarper Bahnhof, übergeben.

Blankensee war über den Haltepunkt Nassenheide Ziegelei, der etwa einen Kilometer vom Dorf entfernt liegt, mit der Bahn verbunden. Es soll eine Ziegelei an diesem Ort gestanden haben. Aus der Literatur ist aber nicht zu entnehmen, dass dort Güter verladen wurden. Es war auch kein Gleis für die Verladung von Gütern vorhanden. Die baulichen Anlagen bestanden wohl auch nur aus den Hütten die auf den Bildern zu sehen sind. Befahren wurde die Strecke von Dampflokomotiven, sowie ab 1933 durch Triebwagen der Bauart "Wismar". Diese wurden liebevoll Molli genannt.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges lag die Strecke teils auf deutschem, teils auf polnischem Territorium. Auf deutscher Seite wurden die Anlagen abgebaut und gingen nach Rußland. In Polen wurde die Strecke noch bis in die 80iger Jahre befahren, ein Teil wird noch heute für den Gütertransport genutzt.

Dem Verlauf der Kleinbahn folgt heute vom ehemaligen Vorwerk Lenzen bis zur Ortschaft Rieth ein Wanderweg. Dieser Weg wurde mit historischer Bahnbeschilderung ausgestattet.

Hier einige Zugmaschinen. Zum einen eine Dampflock mit Wagons und ein Triebwagen der Bauart Wismar.

 
1914
Randower Kleinbahn
Bitte nicht einsteigen! - Fahrplan vom Sommer 1914 -
81. Stöven - Stolzenburg - Neuwarp.
(Prov.- Verb. von Pommern) - (2. - 3. Klasse)
1
3
5
7
km
ab
Zug Nr.
an
2
4
6
8
7.09
11.16
4.59
9.11
0
Stöven Stbhf
8.25
12.33
6.58
10.28
7.12
11.19
5.02
9.14
1
Stöven Dorf
8.22
12.30
6.53
10.25
7.20
11.27
5.10
9.22
4
Neuenkirchen (Kr. Randow)
8.14
12.22
6.45
10.17
7.25
11.32
5.16
9.27
6
Wamlitz
8.09
12.17
6.40
10.12
7.29
11.36
5.19
9.31
7
Marienthal
8.05
12.13
6.36
10.08
7.39
11.46
5.29
9.41
11
Daber
7.56
12.03
6.26
9.58
7.49
11.56
5.38
9.51
14
Böck
7.48
11.55
6.17
9.50
7.54
12.01
5.44
9.56
16
Nassenheide Ziegelei
(Bahnhof)
7.41
11.48
6.11
9.43
8.00
12.07
6.05
10.02
18
Nassenheide
7.35
11.42
6.06
9.35
8.11
12.18
6.12
10.10
21
Stolzenburg
7.27
11.34
5.53
9.29
...
...
...
...
...
Lenzen
...
...
...
..
....
...
...
...
...
.
Stolzenburg Glashütte
...
...
...
...
...
9.32
1.04
7.33
11.33
49
an
Neuwarp
ab
5.55
10.02
4.14
8.06