05.10.2017 Das Storchenjahr 2017 in Blankensee

 

Das Storchenjahr 2017 in Blankensee

Wieder kein gutes Jahr für die Störche im Nordosten! Denn wie schon 2013 hat nasskaltes Wetter vielen Storchenküken den Tod gebracht. Damals kamen auch die Jungen im Blankenseer Horst ums Leben. Anders in diesem Jahr: Bei uns sind drei Jungstörche zu kräftigen Vögeln herangewachsen und haben Ende Juli das elterliche Revier verlassen.

2017 erfolgte die Ankunft der Störche nahezu auf den Tag genau einen Monat früher als 2016. Am 28.3. besetzte zunächst das Männchen den Horst, schon einen Tag später gesellte sich ein weiblicher Vogel hinzu. Im Vorjahr kamen beide Vögel erst am 29.4. in Blankensee an.

Die Brut begann in diesem Jahr entsprechend zeitig und verlief ohne Zwischenfälle. Leider etwas anders in Pampow. Hier kam es zu Revierkämpfen, nachdem das Storchenpaar, das den Horst besetzt hatte, bereits mit der Brut begonnen hatte. Das ist prinzipiell nichts Ungewöhnliches. Oft sind es Weibchen, die im Vorjahr hier zur Brut geschritten sind, die bei ihrer Ankunft im Brutgebiet auf ein anderes Weibchen stoßen, das früher angekommen ist und das Revier besetzt hat. Dann versucht das Weibchen aus dem Vorjahr, sein Revier (und das dazugehörige Männchen!) zurückzuerobern. Bereits gelegte Eier können dabei zu Bruch gehen oder werden – sofern das Nachzügler-Weibchen erfolgreich ist – aus dem Nest geworfen. Normalerweise beginnt das siegreiche Weibchen dann selbst noch mit einer Brut. 2009 war das auch in Blankensee der Fall. Hier wurden damals zwei Jungstörche flügge. In Pampow kam es jedoch nicht zu einem Nachgelege bzw. wurde die Brut abgebrochen.

Die Blankenseer Störche wuchsen rasch heran. Am 24. Juni machten die Beringer um Jens Krüger vom Storchenhof Papendorf auf ihrer Tour durch die Region wie schon in den Vorjahren Station am Horst. Mit einer Hebebühne ging's nach oben, und schon nach wenigen Minuten hatten die Jungen die Prozedur des Ringanlegens überstanden.

Nachdem der Nachwuchs Blankensee verlassen hatte, blieben die Altstörche noch ein Weilchen in ihrem Revier und konnten sich nach der kraftraubenden Zeit des Fütterns nun selbst stärken und sich so für den langen Zug gen Süden vorbereiten. Am 9. August war es dann soweit. Auch die Altvögel verließen ihr Revier.

In dieser Zeit konnten an vielen Orten größere Ansammlungen von Störchen beobachtet werden. Entweder auf Wiesen, die gemäht wurden, auf Getreidefeldern, die abgeerntet wurden oder auch an durch den Starkregen in diesen Wochen entstandenen Flachgewässern. Womöglich waren auch „unsere“ Störche in einem dieser Trupps. Inzwischen dürften die meisten unserer Störche in Südosteuropa angekommen sein. Und wenn sie den Zug und die Monate in ihrem Winterquartier gut überstehen, heißt es im März oder April kommenden Jahres wieder: Auf ein neues Storchenjahr in Blankensee.

Stefan Schwill


Am 24.6. wurden die drei Jungstörche beringt.
 
Regelmäßig dringen fremde Störche in das Revier ein und werden vom Horstpaar mit Drohgebärden und Geklapper vertrieben. Zwei der drei Jungen haben sich hier flach in die Nestmulde gedrückt und sind von unten nicht mehr zu sehen. Der dritte Jungvogel war wohl etwas mutiger.
 

Kurz vor dem Wegzug der Störche beleuchtete noch der August-Vollmond die Szenerie.

 
Fotos: Stefan Schwill