12.02.2016 Ergebnisse - Stunde der Wintervögel

Grauammern leiden zunehmend unter der immer intensiver werdenden Landwirtschaft und sind deutschlandweit selten geworden. In unserer Gegend kommen sie jedoch noch regelmäßig auch als Brutvögel vor. Im Winter schließen sich Grauammern oft Goldammerschwärmen an. Auch diese drei waren inmitten des großen Goldammerschwarms in Blankensee zu entdecken.


Schon traditionell nehmen polnische Bewohner und Freunde aus Dobra an den Vogelzählungen in unserer Gemeinde teil – hier beim Gruppenfoto im Garten von Ewa Samson.

Mehr als 120.000 Menschen haben sich in diesem Jahr bundesweit an der Stunde der Wintervögel beteiligt – ein neuer Teilnehmerrekord! In über 82.500 Gärten und Parks wurden mehr als 2,8 Millionen Vögel registriert.

Vielerorts – so auch in unserer Gemeinde – begleitete in diesem Jahr richtiges Winterwetter die Vogelzählung, die vom Freitag, 6.1., bis Sonntag, 8.1., stattfand. An allen drei Tagen wurden geführte Vogelbeobachtungen bei uns durchgeführt, eine davon in Freienstein, zwei in Blankensee. Schon traditionell mit den meisten Teilnehmern wurde die deutsch-polnische Wintervogelstunde zum Höhepunkt des Wochenendes, die wieder im Garten von Ewa Samson stattfand und die nach getaner „Arbeit“ in gemütliches Kaffeetrinken mit netten Gesprächen überging. Dafür erneut einen besonderen Dank an Ewa!

Insgesamt haben 19 Einwohner und Gäste an der diesjährigen Wintervogelzählung in unserer Gemeinde teilgenommen. In den drei Zählstunden wurden 259 Vögel aus 21 Arten registriert. Im Mittel wurden 86,3 Exemplare pro Garten beobachtet. Die durchschnittliche Artenzahl pro Garten lag bei immerhin 13.

Am häufigsten war dabei der Haussperling mit insgesamt 60 Tieren, allerdings dicht gefolgt von der Goldammer, die durch einen großen Schwarm in Blankensee und insgesamt 55 Vögel auf dem zweiten Platz lag. Ungewöhnlich auch die drittplatzierte Art: Über Freienstein hinweg flogen 37 Singschwäne und wurden selbstverständlich dokumentiert – auch wenn es sich dabei nicht um eine klassische Art der Siedlungsräume handelt, um die es ja in erster Linie bei der Wintervogelzählung geht.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Art

Anzahl

Durchschn. Anzahl pro Garten

Gärten mit Vorkommen %

Haussperling

60

20,00

67

Goldammer

55

18,33

67

Singschwan

37

12,33

33

Kohlmeise

24

8,00

100

Grünfink

23

7,67

67

Amsel

11

3,67

100

Buchfink

9

3,00

67

Seidenschwanz

7

2,33

33

Wacholderdrossel

5

1,67

67

Bergfink

4

1,33

100

Nebelkrähe

4

1,33

67

Blaumeise

3

1,00

100

Elster

3

1,00

100

Grauammer

3

1,00

33

Buntspecht

2

0,67

67

Feldsperling

2

0,67

33

Kolkrabe

2

0,67

67

Seeadler

2

0,67

33

Eichelhäher

1

0,33

33

Kernbeißer

1

0,33

33

Turmfalke

1

0,33

33

 

Bundesweit die drei häufigsten Wintervögel waren 2017 der Haussperling, die Amsel und die Kohlmeise. Während der Haussperling seit Beginn der Wintervogelzählung vor sieben Jahren, wie auch sein Verwandter, der Feldsperling (2017 auf Platz 4), von Jahr zu Jahr nur geringe Bestandsschwankungen zeigt, bietet die Kohlmeise wie auch die Blaumeise (2017 auf Platz 5) Anlass zur Sorge. Beide Arten zeigen seit 2011 einen abnehmenden Bestandstrend, und 2017 lagen die Zählergebnisse für beide so niedrig wie in keinem der Vorjahre. Dabei sind die Unterschiede zwischen 2016 und 2017 im Osten der Republik deutlich geringer als in den übrigen Regionen. Eine mögliche Ursache könnte sein, dass Meisen, die sich in normalen Jahren aus Osteuropa zu unseren heimischen Tieren hinzugesellen, in diesem Jahr nicht so weit nach Westen geflogen sind, sondern in Polen und Teilen Ostdeutschlands überwintert haben. Ob Veränderungen im Zugverhalten aber auch für die seit längerem zu beobachtende Abnahme der Zählergebnisse verantwortlich sind, ist noch unklar. Weitere Informationen dazu unter www.stundederwintervoegel.de .

Dieses Beispiel zeigt aber sehr deutlich, worin die große Bedeutung der Wintervogelzählung und ebenso der großen Gartenvogelerfassung im Mai eines jeden Jahres liegt: Frühzeitig Bestandsabnahmen bei unseren (noch) häufigen Arten zu erkennen, um rechtzeitig den Ursachen nachzugehen und wenn möglich Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht haben!

Stefan Schwill

Nachdem eine Stunde lang intensiv beobachtet und gezählt wurde, gehört das anschließende Aufwärmen bei Glühwein, Kaffee und Kuchen ebenso traditionell zu den deutsch-polnischen Winter- und Gartenvogelzählungen.
 
Auch bei den Gesprächen immer griffbereit: das Fernglas.
Goldammern – hier ein Weibchen – schließen sich im Winter mitunter zu großen Schwärmen zusammen. In Blankensee wurde zur Stunde der Wintervögel ein Schwarm aus etwa 50 Goldammern beobachtet.
 
Amselweibchen an einem liegen gebliebenen Apfel. Gerade in schneereichen Wintern sind Apfelbäume, an denen die Früchte lange hängen bleiben, eine wichtige Futterquelle für Amseln und Drosseln.
 
 
Fotos: Stefan Schwill